wanderduene
Unterwegs Teil II
jollyj | 27. April 07
Die Freiheit, hinzugehen, wohin wir wollten, verschaffte Einblicke der anderen Art, streiflichthaft blos, aber praegnant: "Nicht arm, aber unterentwickelt" - weisse gesprochen ueber die Laender der Region auf stephandric.wobistdujetzt.com.
Keine Bettler auf dem Land, nirgends, nicht ein hungrig-mitleidsuchender Blick, der mich getroffen hat; Vieh und Reis, Brunnen und Haueser - die Menschen scheinen zu haben, was sie brauchen. Die Zeiten als die UN Reissaecke ins Land fliegen musste, sind vorbei. Aber doch, Unterentwicklung wird sichtbar, wo zum Beispiel Unfaelle passieren. Unsere Suche nach einem Arzt in Snuol endete in einer schaebigen Baracke, in der ein Mann ein Nickerchen auf einem Bett ohne Matratze hielt: "No doctor here!". Kein Arzt war im Umkreis von 100 km anwesend und das naechste Krankenhaus weit weg, in Pnomh Penh oder Kratie. Was macht die Landbevoelkerung, wenn sie ernsthaft erkrankt? Aerzte, die Auslaender in der Hauptstadt behandeln, aber im Notfall mangels medizinischer Geraetschaft einen Weiterflug nach Bangkok empfehlen (!), sind fuer sie unerschwinglich, die lokalen Krankenhaueser unterversorgt und einfache Antibiotika kosten so viel wie ein Arbeiter hier pro Woche verdient. Was bleibt ihnen dann noch uebrig?
Beten?

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